Seit Anfang Mai hat Google eine deutliche Änderung in der Darstellung der Suchergebnisse vorgenommen – und damit eine Art kleines Stück SEO-Geschichte beendet. Die sogenannten FAQ Rich Results, also jene praktischen Frage-Antwort-Blöcke, die direkt unter dem Suchergebnis angezeigt wurden, sind vollständig verschwunden. Wenn du also bisher gehofft hast, mit diesen zusätzlichen Infos extra Sichtbarkeit zu schaffen, musst du dich ab jetzt umstellen.
Was genau hat Google geändert?
Am 7. Mai 2026 wurde offiziell bekanntgegeben, dass Google FAQ Rich Results nicht länger in den Suchergebnissen anzeigt. Parallel dazu wird auch die Auswertung dieser Daten in der Search Console und den entsprechenden APIs nach und nach eingestellt. Konkret bedeutet das Folgendes:
- Seit dem 7. Mai werden keine FAQ-Ergebnisse mehr in der Google-Suche angezeigt.
- Im Juni 2026 wird Google die Berichte und Testwerkzeuge zum Thema FAQ aus der Search Console entfernen.
- Ab August 2026 soll schließlich auch der API-Support für FAQ-Markups auslaufen.
Diese Schritte verdeutlichen einmal mehr, wie sehr sich Google vom übermäßigen Gebrauch von strukturierten Daten in bestimmten Bereichen entfernt. Viele Webmaster hatten in den letzten Jahren FAQ-Markups implementiert – manchmal, um echten Mehrwert zu bieten, manchmal auch, um schlicht Platz im SERP zu gewinnen.
Ein Rückblick – wie alles begann
Das FAQ Rich Result wurde 2019 eingeführt. Die Idee war, dass Webseiten mit sauberem „FAQPage“-Markup direkt Fragen und Antworten in den Suchergebnissen zeigen konnten. Für Nutzer war das eine zeitsparende Möglichkeit, schnelle Infos zu bekommen, ohne überhaupt zu klicken. Für dich als Seitenbetreiber bedeutete das: mehr Sichtbarkeit und im besten Fall Vertrauen durch Kompetenzdarstellung.
Doch wie so oft wurde das Feature schnell inflationär genutzt. Plötzlich hatten selbst kleine Blogs oder Affiliate-Seiten ganze Listen mit Pseudo-FAQs eingebaut – oft nur, um zusätzliche Pixel zu belegen. Das war nicht immer im Sinne der Nutzerfreundlichkeit. 2023 begann Google daher, die Anzeigehäufigkeit drastisch zu reduzieren. Nur noch bestimmte Seiten, insbesondere aus dem Gesundheits- und Regierungsumfeld, konnten darauf zählen, dass ihre FAQ-Snippets sichtbar blieben.
Das schleichende Ende
Dass dieser Schritt irgendwann kommen würde, war für viele keine Überraschung mehr. Schon länger hat sich abgezeichnet, dass Google Inhalte lieber selbst in den sogenannten AI Overviews oder strukturierten Infoblöcken aufbereitet, anstatt solche Elemente direkt aus den Website-Markups zu übernehmen. Auch der Spam-Faktor spielte sicher eine Rolle – denn manche Seiten hatten das Feature zur Manipulation genutzt.
Aus meiner Erfahrung war es ohnehin immer ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite konnten FAQ-Markups helfen, komplexe Themen kompakter zu präsentieren. Auf der anderen Seite lenkten sie oft den Traffic von der eigentlichen Seite ab – weil viele User gar nicht mehr klicken mussten, um ihre Antwort zu bekommen.
Was sagt Google selbst dazu?
John Mueller, eine der bekanntesten Stimmen von Google, hat auf Bluesky dazu geschrieben, dass die Änderung für die meisten Websites praktisch keine Auswirkungen habe. Der Grund: Schon vorher wurde das Markup bei vielen Sites ignoriert, sofern sie nicht zu den offiziell unterstützten Typen gehörten – also staatliche oder medizinische Seiten.
Sein Statement war sinngemäß: „Wenn deine Seite bisher FAQ-Markup hatte, dich aber nicht zu den unterstützten Kategorien zählte, hat Google es schon lange nicht mehr beachtet. Du musst also nichts ändern – kannst die Markups aber gerne entfernen, wenn du willst.“
Das klingt erst mal unspektakulär, ist aber ein wichtiger Hinweis: Google überprüft nicht nur, ob ein Markup technisch korrekt ist, sondern ob es inhaltlich relevant und glaubwürdig eingesetzt wird. Wer FAQ-Tags nur aus SEO-Taktik eingebaut hatte, hat daraus ohnehin keinen Vorteil gezogen.
SEO-Perspektive: Was bedeutet der Schritt?
Für dich als SEO oder Webmaster stellt sich natürlich die Frage: Solltest du die FAQ-Markups jetzt entfernen? Die einfache Antwort: Es ist nicht zwingend nötig. Sie haben jetzt schlicht keinen Effekt mehr auf die Suchergebnisse. Aber es kann durchaus sauberer sein, sie rauszunehmen – vor allem, wenn du deine strukturierten Daten aufgeräumt halten willst.
Manche SEOs argumentieren, dass es auch weiterhin sinnvoll sein könnte, FAQ-Strukturen intern beizubehalten – etwa für Voice Search oder andere Systeme, die nicht direkt von Google-SERPs abhängen. Rein praktisch betrachtet aber: Für die klassische Suche bringen sie dir ab sofort weder Ranking- noch Sichtbarkeitsvorteile.
Was du stattdessen tun kannst
Google selbst lenkt den Fokus zunehmend auf Inhalte, die direkt Mehrwert bieten. Features wie People Also Ask-Boxen, hervorgehobene Snippets oder AI-Zusammenfassungen spielen jetzt die Hauptrolle. Wenn du also weiterhin prägnant in der Suche erscheinen willst, solltest du überlegen:
- Strukturiere deine Inhalte so, dass sie direkt Antworten auf häufige Fragen liefern – aber im Fließtext, nicht in Schema.org-Markup.
- Fokussiere dich stärker auf hochwertige Texte, klare Überschriften und semantische Relevanz.
- Achte darauf, dass deine Seite technische Qualitätsstandards erfüllt – das hilft langfristig mehr als jedes Spezial-Markup.
Ich habe es bei mehreren Projekten beobachtet: Seiten, die ihren Content sauber aufbauen und Nutzerfragen schon im Text präzise beantworten, werden oft auch für Feature Snippets bevorzugt. Das heißt, eine gute Struktur bleibt wichtig – nur eben ohne extrakünstliches FAQ-Markup.
Ein Blick hinter die Kulissen – warum Google solche Features einstellt
Google hat im Laufe der Jahre immer wieder Funktionen eingeführt und später abgeschafft. Manchmal liegt das an Missbrauch, manchmal an technischer Redundanz. Bei FAQ Rich Results ist es eine Mischung. Interessant ist, dass Google sie im Gegensatz zu anderen Features sehr lange beibehalten hat – über sieben Jahre.
Das Problem war vermutlich, dass diese Daten stark auf Vertrauen basierten: Google konnte kaum prüfen, ob die Antworten wirklich korrekt oder nur SEO-getrimmt waren. Und mit der wachsenden Bedeutung von KI-Antworten, die Google zunehmend selbst generiert, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis die manuell gepflegten FAQs überflüssig wurden.
Funktioniert noch etwas ähnliches?
Im Moment nicht direkt. Die HowTo-Rich-Results wurden bereits früher weitgehend deaktiviert, und jetzt sind auch die FAQ-Blockdarstellungen Geschichte. Nur strukturierte Daten für Rezepte, Veranstaltungen oder Produkte bleiben weiterhin relevant, weil sie eindeutig und standardisiert sind. Dort sieht Google einen klaren Nutzen für den User.
Für Suchanfragen, die erklärenden Charakter haben, scheinen künftig eher AI Overviews oder Knowledge Panels das Terrain zu übernehmen. Das bedeutet, dass Google lieber eigene Zusammenfassungen generiert, als auf deinen strukturierten Inhalt zuzugreifen.
Was du jetzt tun solltest
Ich würde empfehlen, deine betroffenen Seiten einmal durchzugehen und zu prüfen, ob FAQ-Markups noch vorhanden sind. Wenn ja, kannst du folgende Schritte überlegen:
- Entferne sie, falls du ohnehin eine Überarbeitung planst. Das sorgt für saubereren Code und hilft, alte Strukturen loszuwerden.
- Wenn du sie beibehältst, schadet es nicht – sie werden einfach von Google ignoriert.
- Überlege, ob du aus den alten FAQ-Abschnitten wertvolle Content-Bausteine machen kannst: kleine Infoboxen, eigene Blogposts oder erklärende Absätze.
Gerade bei umfangreichen Ratgeberseiten kann es sinnvoll sein, die Inhalte neu zu strukturieren. Vielleicht entdeckst du dabei sogar neue Potenziale für Featured Snippets oder AI-zusammengefasste Ergebnisse.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ich erinnere mich an ein Gesundheitsportal, das jahrelang auf FAQ-Markups gesetzt hatte – teils mit über 50 Fragen pro Seite. Nachdem 2023 die Anzeigehäufigkeit sank, fiel der Klick-Traffic um etwa 10 %. Nach einer Überarbeitung, bei der die besten Antworten als eigene Abschnitte mit Zwischenüberschriften ausgearbeitet wurden, hat sich die Verweildauer deutlich verbessert. Fazit: Auch ohne FAQ-Rich-Snippets kann gut strukturierter Content performen.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Diese Änderung ist ein weiterer Schritt in Googles Evolution hin zur direkten Antwortmaschine. Immer häufiger liefert die Suche selbst die gewünschte Information – mit KI-unterstützten Antworten, visuellen Zusammenfassungen oder verknüpften Wissensfeldern. Klassische Formate wie FAQs oder HowTos verlieren dabei einfach an Bedeutung.
Das heißt für dich: Die Rolle des Content-Erstellers verschiebt sich. Statt mit Markup-Codes zu arbeiten, geht es künftig mehr um natürliche, sauber formulierte Inhalte, die Maschinen kontextuell verstehen können. Google will nicht mehr, dass du ihm sagst, welche Fragen du beantwortest – es erkennt sie selbst.
Mein persönlicher Eindruck
Ehrlich gesagt, das war zu erwarten. Ich habe das Gefühl, dass Google schon seit einiger Zeit alle „manuellen“ Optimierungsmöglichkeiten systematisch abbaut. Es geht klar in Richtung Automatisierung – weniger Tricks, mehr echte Qualität. Und das ist gar nicht schlecht. Wer relevante Texte schreibt, wird auch in Zukunft gesehen, ganz ohne Schema-Markups.
Wenn du mich fragst: Ich sehe das als Weckruf für viele SEOs, wieder mehr in Inhalte statt in Formate zu investieren. Statt Zeit in JSON-Snippets zu stecken, lohnt es sich mehr, Fragen wirklich zu beantworten – ausführlich, verständlich, glaubwürdig. Genau das will Google belohnen.
Fazit: Das Ende der FAQ-Rich-Results ist kein Verlust – sondern eine Chance
Vielleicht fühlt es sich anfangs wie ein Rückschritt an, wenn ein vertrautes SEO-Werkzeug verschwindet. Doch letztlich zwingt dich Google damit, dich auf das Wesentliche zu konzentrieren: gute Inhalte und echten Mehrwert. Die Zeiten, in denen man Markups addierte, um Rankings aufzublasen, sind vorbei.
Was bleibt, ist eine Suchwelt, die versucht, das beste Ergebnis zu zeigen – nicht das technisch cleverste. Wenn du also bisher viel Energie in strukturierte FAQ-Daten investiert hast, nimm es sportlich. Sieh es als Ansporn, deine Seiten neu zu denken, Inhalte aufzufrischen und relevanter zu schreiben.
Denn eines ist sicher: Auch wenn Google die Formate ändert – guter Content zahlt sich immer aus.







